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Das Priorat im Allgemeinen

Das Priorat (Priorato auf Spanisch) ist ein Weinbaugebiet in der autonomen Provinz Katalonien im Nordosten Spaniens. Sie liegt nahe der französischen Grenze in den steilen Hügeln der Serra de Montsant und ist etwa 30 km von der Provinzhauptstadt Tarragona und Cambrils entfernt. Das Priorat zählt zu Kataloniens ältesten weinbaubetreibenden Regionen. Schon im Mittelalter war das Priorat eines der bedeutendsten Weinbaugebiete Spaniens. Es waren unter anderem die Weine L’Ermita (A. Palacios), Clos Erasmus (Clos Erasmus) und Finca Dofi (A. Palacios), die auch auf dem internationalen Markt bekannt wurden und so dem Priorat wieder zu neuem Glanz verhalfen. Im Jahr 2001 wurde das Priorat zur höchsten spanischen Qualitätsstufe D.O.Ca. (Denominación de Origen Calificada) erhoben. Das Priorat und die Rioja sind die beiden einzigen D.O.s Spaniens, die diese Bezeichnung führen dürfen. Die Region inmitten der Provinz Tarragona wurde nach dem im Jahre 1163 gegründeten Priorat de la Cartoixa d’Escaladei (zu Deutsch: „dem Priorat des Kartäuser-Klosters der Gottesleiter“) benannt. Das Weinbaugebiet ist fast gänzlich von der D.O. Montsant umschlossen.

Die D.O.P. Priorat entspricht einer Fläche von 176 km² mit 2429 ha Rebfläche (Stand Juli 2013). Die Hektarerträge schwanken im Allgemeinen zwischen 1000 und 2000 kg/ha und erreichen in günstigsten Fällen 3000 kg/ha. Die zulässige Höchstmenge in der Rioja liegt bei 6500 kg/ha für rote Rebsorten.

Die neuen Plantagen verändern die Landschaft des Priorats. Die ehemals kargen Hänge sind terrassiert und bilden lange Stufen entlang der Hänge. Jede Terrasse ist mit zwei Reihen erzogener Rebstöcke bepflanzt. Andere Anpflanzungen befinden sich auf Flussterrassen in der Nähe von Schluchten, wo die Hänge sanfter sind, was den Bau breiterer Terrassen mit mehreren Reihen von Rebstöcken ermöglicht. Die Weinberge der rund 90 Winzer sind meistens terrassenförmig in einer Höhe von 150–1000 m ü. NN an den Hängen der Montsant-Berge angelegt. Unterhalb der Berge fließt der Siurana, ein Nebenfluss des Ebro.

Klima

Im Priorat herrscht kontinentales Klima mit heißen trockenen Sommern und kalten Wintern. Die relative Abgeschiedenheit des D.O.Ca. Priorat-Gebietes ist vom Einfluss des Meeres und vor den kalten Nordwinden durch die Gebirgskette des Montsant geschützt, was gleichzeitig zu ganz besonderen klimatischen Bedingungen führt. Auffällig sind vor allem die starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Im Sommer können Mindesttemperaturen bis zu 12°C und Höchsttemperaturen bis zu 40°C erreicht werden, wobei die felsige Bodenoberfläche noch viel höhere Werte zulässt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in den tiefer gelegenen Gebieten des Priorats liegt bei 14°C, während sie am Fuße des Montsant-Gebirges auf 12°C sinkt. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 500 und 600 Litern pro Quadratmeter. Mit zunehmender Entfernung nach Norden steigt jedoch die Niederschlagsmenge.

Geografische Gegebenheiten

Die außergewöhnlichen geografischen Bedingungen dieses Gebiets erfordert den terrassenförmige Rebbau an steilen Hängen, der dem Priorat sein unverwechselbares Gesicht verleiht.  Aufgrund der Steilheit der Terrassen ist der Anbau von mehreren Rebstockreihen nebeneinander teilweise nicht möglich, was eine maschinelle Ernte unmöglich macht.

In der D.O.Ca. Priorat haben das Klima und die Böden eine einzigartige Landschaft geschaffen. Es bedurfte enormer Anstrengungen das raue und schwierige Gelände an die Bedürfnisse der Pflanzen und Menschen anzupassen. Berge aus braunem Schiefer mit sanften Gipfeln gehen plötzlich in scheinbar unüberwindbare Steigungen über. Es ist ein Rätsel, wie jemand auf die Idee kommen konnte dort Reben zu pflanzen.

Die Böden sind relativ sauer und haben einen geringen Gehalt an organischen Stoffen. Der Schiefer besteht aus flachen und brüchigen Steinen, die die Wurzeln der Reben auf der Suche nach Wasser und Nährstoffen durchdringen müssen. Schiefer ist jedoch auch ein guter Wasserspeicher, der den Reben ab einer bestimmten Tiefe ausreichend Wasser bieten kann. Eben diese Kargheit der Gegend, die die Pflanzen leiden lässt und letztlich neben dem Alter der Reben für den geringen Ertrag verantwortlich gemacht werden kann, führen zu der hervorragenden Qualität der Trauben und der unverwechselbaren Persönlichkeit der Weine, die dem Priorat zu der Bezeichnung D.O.Ca. verholfen haben.

Rebsorten

Zu den zugelassenen roten Rebsorten zählen:

Cariñena, Garnacha Tinta (empfohlene Sorte), Garnacha Peluda, Mazuelo (empfohlene Sorte), Merlot, Picapoll negre, Pinot Noir, Syrah und Tempranillo.

Die tiefdunklen kirschroten und konzentrierten Rotweine weisen einen hohen Alkoholgehalt auf (13,50 bis 15 %). Noten reifer Früchte und des Schieferbodens sind typisch für diese Sorten. Sie benötigen oft mehrere Jahre der Flaschenreifung und sind bis zu 25 Jahre alterungsfähig. Die Rotweine zählen aufgrund des besonderen Terroirs und des extrem niedrigen Hektar-Ertrages (nur 5 bis 6 hl/ha) zu den berühmtesten und besten Spaniens.

Zu den weißen Rebsorten zählen:

Chenin Blanc, Garnacha Blanca, Macabeo, Muscat d’Alexandrie, Muscat blanc à petits grains, Pansal, Pedro Ximénez, Picapoll blanca, Viognier.

Die wenigen Weißweine fallen durch ihre brillante, strohgelbe Farbe auf. Die Aromen sind fruchtig und erinnern an Bergkräuter. Sie sind sehr weich und angenehm – ein wahrer Gaumenschmaus.

Weinlese

Die Weinlese ist in der Regel lang: Sie beginnt Mitte September und dauert bis Ende Oktober, teilweise sogar bis Anfang November. Die langen Gär- und Mazerationszeiten führen zu hohen Konzentration von Tanninen und Anthocyanen, die jungen Weinen ihre intensiv leuchtenden Farben und reichen Aromen verleihen.

Alte Reben

Die ältesten Carignan– und Garnacha-Pflanzungen an den Schieferhängen sind über 60 bis 70 Jahre alt und haben eine geringe Wuchshöhe. Die Pflanzdichte liegt zwischen 4000 und 6500 Rebstöcken pro Hektar. Die alten Rebstöcke, schwachwüchsige Reben und Reben, die sehr geringe Erträge aufweisen, oft weniger als ein halbes Kilo pro Rebstock, führen zu einer konzentrierten und hochwertigeren Traube. Durch den hohen Aufwand der Bewirtschaftung und die geringen Erträge bewegt sich der Preis der Trauben in diesen Weinbergen auf einem gehobenen Niveau.

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