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Garnacha im Allgemeinen

Die Garnacha war, nach der weißen Airen, für eine lange Zeit die am häufigsten angebaute Rebe in Spanien. Sie kommt ursprünglich aus Aragón und wird bis auf Galicien, Asturien und den Kanaren in ganz Spanien angebaut. Die Garnacha gibt es in den verschiedensten Varianten. Beispiele sind die Garnacha tinta (meistverbreitete), Garnacha peluda (behaarte Garnacha, da die Blätter an der Unterseite Härchen aufweisen) und Garnacha blanca (eine weiße Mutation der roten Garnacha). Heute schafft es die Garnacha in die Top 3 der am häufigsten angebauten roten Rebsorten in Spanien. Weltweit liegt sie auf dem 5. Platz. Ein Wein aus der Garnacha ist vergleichbar mit einem französischen Merlot. Die Garnacha reift spät und benötigt daher trockene und warme Bedingungen, wie sie in Spanien herrschen.

Aragón

In Aragonien, wo die Rebsorte vermutlich herkommt, befindet sich mit 16.201 Hektar die größte Anbaufläche für Garnachas in Spanien. Die Garnacha ist eine ertragreiche Sorte, was sich jedoch auf die Qualität der Weine negativ auswirkt. In den letzten Jahren gehen junge Winzer dazu über, die Erträge zu kontrollieren und alte Rebstöcke zu verwenden. Die D.O. Calatayud verfügt über die am höchsten gelegenen Garnacha-Weinberge und ist die einzige D.O., die „alte Reben“ (mindestens 35 Jahre alt) definiert.

In der D.O. Campo de Borja sind über 30 Jahre alte, handgelesene Garnacha-Rebstöcke üblich, deren Trauben in der Regel sultaninenartige, marmeladenähnliche Fruchttöne aufweisen und einen Alkoholgehalt von 14-14,5 % erreichen.

Die D.O. Cariñena verfügt mit 4.500 Hektar über die größte Weinanbaufläche der Region. Von dort stammen viele der alten Rebstöcke.

La Rioja

In der Rioja wird die Rebsorte hauptsächlich im wärmeren Teil der D.O., der Rioja Baja (oder Rioja Oriental), angebaut und zum Verschnitt mit Tempranillo verwendet. Sie verleiht dem Wein eine saftige Fruchtigkeit und Vollmundigkeit. Modernen Rioja-Erzeuger gehen mittlerweile dazu über, den Anteil der Garnacha im Verschnitt zu erhöhen, um einen Rioja zu kreieren, der früher reift und schon als Jungwein trinkbar ist. Garnachas werden auch für die hellen Roséweine neben Navarra in der Rioja verwendet.

Navarra

Die Rebe wird in der Region Navarra, wo sie die vorherrschende rote Rebsorte ist, schon seit langer Zeit angebaut. Im Vergleich zum benachbarten La Rioja sind die Weine aus Navarra in einem Verschnitt mit Garnacha leichter.

Priorat

Vermutlich gibt es die Garnacha im Priorat schon seit mehreren hundert Jahren. Seit den 1990er Jahren erlebt die Garnacha eine Renaissance. Junger Winzer haben die Rebe wiederentdeckt, die auf den Schieferböden des Priorat hervorragende Ergebnisse hervorbringen. Die Kombination aus sehr alten Rebstöcken (das Durchschnittsalter vieler Weinberge liegt zwischen 35 und 60 Jahren) und Böden mit sehr niedrigen Erträgen (etwa 5-6 Hektoliter pro Hektar) macht den Priorat-Wein zu einem dichten, konzentrierten Wein von dunkler Farbe mit beträchtlichen Tanninen. Der traditionelle Priorat-Garnacha kann eine fast schwarze Farbe haben und braucht Jahre der Reifung, bevor er genießbar wird. Einige dieser modernen Priorat-Weine weisen in jungen Jahren einen weichen Brombeergeschmack auf und entwickeln mit der Zeit Noten von Feigen und Teer.

Aroma, Farbe und Geschmack

Die Garnacha bringt Weine mit einem hohen Alkoholgehalt hervor. Ihre Farbe ist ein intensives rot mit Goldtönen. Die Farbe kann sich jedoch auch je nach Ausbau, Klima und Boden ändern. Sie ist nicht besonders säurehaltig, anfällig für Oxidation und besitzt daher kein Alterungspotential. Aus der Garnacha lassen sich ausgezeichnete Rosés herstellen (Navarra), die sehr aromatisch, frisch und blumig sind und an den Geschmack von Himbeeren erinnern.

Die „Jungen“ (Jovenes) erinnern an frisch gemahlenen Pfeffer, Himbeere und Brombeere. Die etwas reiferen Garnachas sind sehr ausgewogen, haben ein intensives Aroma von reifen Früchten, Apfel und Mineralien (zumindest der Garnacha-Wein aus dem Priorat).

Synonyme

Die Garnacha kennt man abhängig von der Region außerdem auch unter den Namen Giró, Gironet, Garnatja, Garnatcho und Vernassa.

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